„Rollstuhlsport macht Schule" zu Gast an der Universität Bamberg
Kopfsteinpflaster, Bordsteine oder Treppen – Hindernisse, die vielen Menschen kaum als solche erscheinen, können für Rollstuhlfahrende schnell zur Herausforderung werden. Bei einem Aktionstag des Förderkreises goolkids an der Universität Bamberg tauschten Studierende deshalb den Hörsaal gegen den Rollstuhl und erlebten Inklusion aus einer neuen Perspektive.
Seit fast fünf Jahren besucht goolkids mit dem Inklusionsprojekt „Rollstuhlsport macht Schule“ Schulen in ganz Bayern, um Kinder und Jugendliche für den Alltag von Rollstuhlfahrenden zu sensibilisieren. Spielerisch vermittelt das Projekt, welchen Hürden Menschen im Rollstuhl begegnen. In Kooperation mit dem Referat für Soziales von der Studienvertretung der Universität Bamberg stellte die Sozialorganisation das Projekt nun an der Universität vor.
Am Standort Markusgelände boten Projektleiterin Lisca Dogan und ihr Team Studierenden die Möglichkeit, in Rollstühlen einen Aktivparcours zu absolvieren und dabei Einblicke in die Lebenswelt von Rollstuhlfahrenden zu gewinnen. „Unser Aktionstag zeigt, wie wichtig die Verknüpfung von Theorie und Praxis ist“, erklärte Dogan. Zugleich betonte sie die Bedeutung des Projekts für die Hochschulbildung: „Es ist uns ein Herzensanliegen, dass sich Studierende frühzeitig und praxisnah mit dem Thema Inklusion auseinandersetzen.“ Denn Ziel des Projekts ist es nicht nur, Aufmerksamkeit für die Belange von Menschen mit Behinderung zu schaffen. Gemeinsame sportliche Erfahrungen können zudem Vorurteile abbauen und die gesellschaftliche Akzeptanz von Inklusion stärken.
Neben dem Ausprobieren der Rollstühle lernten die Teilnehmenden auch, wie man Rollstuhlfahrende sicher über Treppenstufen begleitet. Darüber hinaus tauschten sie sich mit dem goolkids-Team über Barrierefreiheit im Alltag aus – ein Thema, das im kopfsteinpflasterreichen Bamberg allgegenwärtig ist. Anschließend testeten sie direkt auf dem Markusgelände, wie zugänglich die Gebäude für Rollstühle sind.
Die Teilnehmenden zeigten sich vom Projekttag beeindruckt: „Das war eine sehr wertvolle Erfahrung für mich", sagte eine Studentin. „Vor allem für mein Psychologiestudium wird mir dieser Aktionstag noch lange im Gedächtnis bleiben.“ So hat „Rollstuhlsport macht Schule" erneut gezeigt, dass Inklusion für Nicht-Behinderte besonders dann greifbarer wird, wenn Menschen die Perspektive wechseln und Barrieren selbst erfahren können.