Special Olympics Nationale Spiele Saarland 2026: Medaillenregen für goolkids-Sportler
Das intensive Training und die Wochen der Vorbereitung haben sich gelohnt: Robert Aschenbrenner, Dustin Barth und David Kirstein holen Edelmetall nach Bamberg. Mit beachtlichen Leistungen waren die Sportler des FV 1912 Bamberg bei den Special Olympics Nationale Spiele Saarland 2026 erfolgreich. Unterstützung haben sie dabei durch den Förderkreis goolkids, ein Crowdfunding und zahlreiche Sponsoren erhalten.
Vom 15. bis 20. Juni trafen sich Sportler:innen mit geistiger und mehrfacher Behinderung im Saarland, um sich in zahlreichen Wettbewerben zu messen. Das Ziel dieser Deutschen Meisterschaft besteht aber nicht nur im Wettkampf in Ballsportarten, Leichtathletik oder Laufwettbewerben. Auch die gesellschaftliche Anerkennung von Behindertensport und Inklusion soll vorangetrieben werden.
Bereits einige Tage vor Turnierbeginn war die Bamberger Delegation angereist. Mit dabei waren Udo Pörschke als Trainer für die beiden Läufer Aschenbrenner und Barth, Michael Pfeilert als Assistent, und Delegationsleiter Robert Bartsch, der außerdem als Aushilfs-Coach für den Kraftdreikämpfer David Kirstein fungierte. Dieser erlebte, im Gegensatz zu den beiden Läufern, seinen ersten großen Wettkampfauftritt.
„Die Nationalen Spiele von Special Olympics sind der große Höhepunkt im Inklusionssport in Deutschland“, sagt Robert Bartsch. Und tatsächlich: Von Montag bis Samstag war das Saarland fest in den Händen von rund 4300 Sportler:innen. „Und trotz gewisser Entfernungen zwischen den Sportstätten war die Veranstaltung hervorragend organisiert. Besonders haben uns die vielen Volunteers mit ihrer Hilfsbereitschaft und ununterbrochenen guten Laune beeindruckt.“
Eine gute Laune, die in einer schwungvollen Eröffnungsfeier im Ludwigsparkstadion Saarbrückens einen ersten Höhepunkt fand und über eine fröhliche Athleten-Disco bis zum Erlöschen der olympischen Flamme anhielt. „Der Gastgeber hatte sich wirklich mächtig ins Zeug gelegt, um allen Gästen ein wunderbares Erlebnis zu bescheren. Von Special Olympics Deutschland wussten wir schon vorher, dass bei ihnen die Menschen selbst und weniger die Rekorde das Maß aller Bemühungen sind. Besser kann man Inklusion, Teilhabe und lebendige Freude kaum erleben.“
Gold, Silber, Silber, Gold
Am Vormittag des 15. Juni begann der sportliche Teil des Turniers. Robert Aschenbrenner, Dustin Barth und David Kirstein waren bereit und konnten ihre Disziplinen kaum abwarten. Trainer Udo Pörschke hatte seine Schützlinge auf den Punkt hin vorbereitet und konnte dabei aus jahrelanger Erfahrung schöpfen. „Gerade Menschen mit geistigen Handicaps brauchen eine sehr individuelle Ansprache und Motivation“, sagt der Coach. „Der richtige Ton, die richtigen Hilfestellungen benötigen Zeit, bis sie bei ihnen ankommen. Als Trainer stelle ich aber auch immer das Wohl der Sportler ganz oben an.“ Denn es gehe niemals um Spitzenleistung um jeden Preis, „sondern darum, den Athleten so gut es geht, bei ihren eigenen Zielen zu helfen.“
Als erster griff David ins Turnier ein. Sein Finale im Kraftdreikampf in der Klasse 1 unter 107 Kilogramm stand für den 16. Juni an. Sofort sorgte er für eine Überraschung. Als Neuling gewann er auf Anhieb die Goldmedaille. Die Freude kannte selbstredend keine Grenzen, „und war auch auf der Heimfahrt noch nicht zu Ende“, sagt Robert Bartsch. Vor allem war Kirstein seinem Krafttrainer Franz Bezold dankbar, der leider nicht mit ins Saarland kommen konnte. Aber der regelmäßige gemeinsam Besuch des Fitnessstudios, vermittelt durch goolkids, hatte sich gelohnt und machte aus David letztlich den Deutschen Meister.
Nicht weniger erfolgreich verlief das Turnier für Dustin Barth und Robert Aschenbrenner. Nachdem sie in ihren Disziplinen und Startklassen Qualifikationsrennen absolviert hatten, konnten sie in den Finals antreten. Über 400 Meter qualifizierte sich Barth am Vormittag des 18. Juni als Dritter seines Laufes für einen der Finalläufe. Im Finale, einen Tag später, konnte er seine Leistung aber noch steigern und kam als Zweiter ins Ziel. Eine weitere Medaille für den FV 1912 und für goolkids. „Endlich wurde sein Trainingsfleiß belohnt, und das gleich mehrfach“, kommentiert Robert Bartsch.
Dabei sollte es aber nicht bleiben. Denn auch über die 1500 Meter traten die Vertreter Bambergs an und hatten sich für die Finalläufe qualifiziert. Robert Aschenbrenner zeigte eine große Willensleistung und holte in seiner Klasse die Silbermedaille und damit die deutsche Vizemeisterschaft. Obwohl er über 800m die Bronzemedaille um 0,148 Sekunden verpasste, strahlte er über seine neue persönliche Bestzeit wie ein Weltmeister. Und Dustin Barth gelang es, seine Leistung vom Vortag noch zu übertreffen – Gold!
„Die Hoffnung auf spürbare Erfolge waren natürlich vorher schon da“, sagt Robert Bartsch. „Der Glaube an tolle Wettkämpfe aber auch. Besonders bei den Athleten selbst, die immer ihr Bestes geben wollen.“ Für ihn als Delegationsleiter stehe aber viel mehr das Erlebnis für die Sportler im Vordergrund. „Wenn die Athleten glücklich sind und mit Stolz wieder heimfahren, sind meine Ziele erreicht.“ Dustin Barth hatte sich nach seinem Lauf erst einmal auf die Bahn legen müssen. „Aber nach einigen Atemzügen platzte seine Freude aus ihm heraus. Und Robert freute sich genauso wie bei seiner allerersten Medaille bei einem anderen Turnier. Er vergoss Tränen der Freude und des Erstaunens und war glücklich wie wohl selten in seinem Leben.“
Mittlerweile sind die dekorierten Athleten wieder in Bamberg angekommen. Dort steht erst einmal Regeneration an und das Genießen des Erfolges. Doch Trainer Udo Pörschke hat bereits ein neues Ziel ausgegeben: die Winterspiele in Sonthofen im Januar 2027.